Naturgruppen

Die Wald- und Naturpädagogik

 

Warum gehen wir mit Kindern in die Natur/ in den Wald?

 

Die Lebenswelt der Kinder wurde in den letzten Jahren zunehmend von einem Wandel gekennzeichnet: die familiären Strukturen änderten sich, Technik und Medien erhielten Einzug und der Leistungsdruck, sowie das Konsumverhalten stiegen. Folge hiervon sind, dass Kinder sich mit einer hohen Flut von Reizen auseinandersetzen müssen, die sie schwer verarbeiten können. Darüber hinaus ist ihre Freizeit größtenteils fest strukturiert und verplant. Die meisten Kinder verbringen außerdem mehr Zeit in der Kita, da i.d.R. beide Elternteile berufstätig sind. Damit haben die Kinder weniger Möglichkeiten sich in der Natur frei zu bewegen. In den letzten Jahren kam es also zu einer wesentlichen Veränderung in der Beziehung von Kindern zur lebendigen, natürlichen Lebenswelt, was zu einem mangelnden Wissen über die Natur und ihre ökologischen Zusammenhänge führte. Der Aufenthalt in der Natur ist jedoch wichtig, weil er die physische und psychische Entwicklung von Kindern positiv beeinflusst und Naturbegegnungen die Ausbildung von Umweltbewusstsein fördert. Das ökologische Ungleichgewicht, das in den letzten Jahren immer deutlicher und spürbarer wurde, hat die Natur und den Wald als die Lebensgrundlage schlechthin vermehrt in den Fokus gerückt. Neue Forschungszweige beschäftigen sich mit ihrer gesundheitlichen Wirkung auf den Menschen, die ihm dazu verhelfen kann, gesund und gestärkt den Herausforderungen der modernen Welt entgegen treten zu können. Der Grundstein für den Umgang mit den Einflüssen der aufgeführten Modernisierungsprozesse sowie der Einstellung zur Natur werden schon in der Kindheit gelegt.

Die Natur ist in erster Linie ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen, mit dem wir achtsam und nachhaltig umzugehen haben. Den Kindern zu vermitteln, dass dieser Lebensraum zu schützen und zu erhalten ist, gilt als eine zentrale und wichtige Aufgabe. Der Wald bzw. die Natur stellen für die Kinder in ihrer zunehmend strukturierten und reizgefüllten Lebenswelt einen Raum für ein größtenteils selbstbestimmtes Spiel dar. Sie können diesen eigenständig entdecken, erforschen, begreifen und stellenweise mitgestalten. Er präsentiert sich ihnen immer wieder neu und verändert.  Der Wald ist für die Kinder jedoch auch ein toller Erlebnis-, Entdeckungs- und Bewegungsraum mit zahlreichen Anregungen, Herausforderungen, Abenteuern und einer Vielfalt an Spielgegenständen. Er ist außerdem ein Ort für Ruhe, Entspannung, Geschichten und Träume. Die Kinder erfahren mit allen Sinnen direkt die jahreszeitlichen Veränderungen der Natur, wie den Farbwechsel, die Verwandlungen in der Tierwelt, die unterschiedlichen Stimmungen und Geräusche.  Das gemeinsame Erleben von Naturerfahrungen mit den Kindern bedeutet vor allem Impulse für ihre Sinne, Phantasie und Kreativität, sowie für die Grob- und Feinmotorik zu setzen: die Kinder lernen sich bspw. auf unwegsamem Gelände zu bewegen, ihre Fähigkeiten richtig einzuschätzen, sich selbst zu vertrauen und neue Herausforderungen zu bewerkstelligen. Hierzu zählt auch sich an die verschiedenen Witterungsbedingungen zu gewöhnen und diese auszuhalten.

Es ist bestätigt, dass Pflanzen und Bäume über Botenstoffe miteinander kommunizieren. Diese Stoffe stärken unser natürliches Immunsystem und erhöhen die Abwehrkräfte. Die Wissenschaft hat sich in den letzten Jahren intensiver mit dieser Thematik beschäftigt und entdeckt, dass die Bäume und Pflanzen nicht nur über ihre Inhaltsstoffe auf uns einwirken, bspw. durch Tees oder Salben. Pflanzen kommunizieren direkt mit dem menschlichen Immunsystem und Unbewussten, ohne dass man sie auch nur berühren muss, geschweige denn schlucken. Die Wissenschaft (Neurowissenschaft, Molekularbiologie und Immunologie) erkundet diese Interaktion zwischen Mensch und Pflanze und zeigt Aspekte auf, die bedeutsam für die Medizin und Psychotherapie sind. Die biologische Kommunikation hält den Menschen körperlich und psychisch gesund und dient der Vorbeugung von Krankheiten. Der Wald ist ein einziger, riesen großer kommunizierender Organismus, in dem Bäume und andere Pflanzen ständig Botschaften untereinander austauschen. Die Waldluft ist so gesehen ein Cocktail aus bioaktiven, medizinisch wirksamen Substanzen, den s.g. Terpenen, die sich positiv auf das menschliche Immunsystem auswirken. Die Anzahl der Terpene in der Waldluft variiert. So ist sie z.B. im Sommer am höchsten, im Waldesinneren erhöht sich die Konzentration sowie bei feuchtem und regnerischem Wetter.

 

Studien, die die Bedeutung von Gegenständen aus der physischen Welt, d.h. unserer sinnlichen Außenwelt für die kindliche Entwicklung beleuchten, unterstreichen die Bedeutsamkeit von Naturerfahrungen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Dinge, die eine sichtliche Reaktion zeigen, komplex sind und eine große Varietät aufweisen, für Kinder wesentlich sind, was insbesondere für Naturelemente zutrifft. Die Natur bietet ständige Veränderungen, bspw. durch den Jahreszeitenwechsel, zugleich aber auch Kontinuität, was eine Verlässlichkeit und Sicherheit einschließt. In der Natur lässt sich eine Vielfalt von Formen, Materialien und Farben erkennen, die die kindliche Phantasie ansprechen, sich mit ihnen und mit sich selbst zu beschäftigen. Es lässt sich also festhalten, dass Naturelemente als Spielgegenstände für Kinder eine zentrale Funktion einnehmen, mit denen sie viele sinnliche Erlebnisse, sei es durch riechen, sehen oder spüren erfahren. Untersuchungen zeigen auch immer wieder, dass eine anregungsreiche Umgebung förderlich für die psychische und physische Entwicklung der Kinder ist. Die Natur entspricht dieser Anforderung auf jeden Fall und das Spiel mit Naturmaterialien hat nachweislich einen großen Einfluss auf das kognitive Verständnis und die sensorischen Fähigkeiten bei Kindern. 

Der Sauerstoff, die Ruhe und ätherischen Duftstoffe des Waldes wirken sich positiv auf Körper und Geist aus. Ein Waldaufenthalt aktiviert z.B. den Parasympathikus, ein wichtiger Teil des Nervensystems, was dazu führt, dass die Zahl der Stresshormone, wie Cortisol oder Adrenalin, im Blut sinken. Dieser Stressabbau erhöht dann wiederum die Konzentrationsfähigkeit. Studien belegen, dass Naturerfahrungen sich positiv auf die Konzentration und Aufmerksamkeit von Kindern mit und ohne Aufmerksamkeitsprobleme auswirken, wobei der Naturfaszination eine bedeutende Funktion zugewiesen wird. Faszination ist eine besondere Form der Aufmerksamkeit, die keine Bemühungen erfordert, sondern die die geistigen Kräfte des Menschen regeneriert. In der Natur gibt es viele Momente, Eindrücke und Phänomene, die die Aufmerksamkeit auf ganz natürliche Weise auf sich lenken.  

 

Die Ausstrahlung der Bäume und die Weitläufigkeit des Waldes lassen die Kinder die Geborgenheit der Gruppe und die Bedeutung von Kooperation untereinander erfahren, was im Spiel nachhaltig ihre Sozialkompetenz fördert. Gleichzeitig bietet der Wald zahlreiche Freiräume für eigenständige Erkundungen, sowie Möglichkeiten innere Ruhe zu finden und sich zurückzuziehen. Im Wald können die Kinder aber auch direkt ihrem natürlichen Bewegungs- und Forscherdrang nachgehen, was in Räumlichkeiten nur begrenzt möglich ist.

Aufgrund dieser Tatsachen erhält die Natur- und Waldpädagogik in unserer Einrichtung einen hohen Stellenwert.

 

 

(vgl. Arvay 2018, S. 20 ff./ Louv 2011, S.21 ff./ Schwegler 2006, S.9 ff./ Wohlleben 2015, S. 54 ff.)

 

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